Full text: Schiller's "Lied von der Glocke" / erkl. von J. Kroon.

So lehre sie, dasz nichts bestehet, Dasz alles Irdische verhallt. 
10. Jetzo mit der Kr aft des Stranges1) Wiegt2) die Glock' mir aus der Gruft, Dasz sie in das Reich des Klanges 420 
SteigeB), in die Himmels luft!4) 
Ziehet, zieket, hebt! 
Sie bewegt sich, schwebt! 5) Freude dieser Stadt bedeute, 
Friede sei ihr erst Gelaute. 6) 425 
1. Strang = touw. Mit der Kraft des Stranges = mittelst des kraftigen Stranges.* 2. Wiegen — schommelend opheffen. 3. Hoch auf den Turm, wo sie lauten soll. 4. Wie V. 420. Der Dichter denkt sich das Heben aus der Gruft (— Dammgrube) zugleicher-zeit mit dem Aufziehen in den Turm. 5. Schwebt. namlich über der Grube. 6. In V. 424—425 ist „ihr erst Gelaute" Subjekt. Sie bedeuten also: ihr erstes Lauten bedeute für diese Stadt, verkün-dige dieser Stadt Freude und bringe ihr Frieden.. 
Schluszbemerkung. „Der Glocke fehlt der Klöppel" (klepel) hat man S. vorgeworfen. Hat S. ihn vergessen? Nein, er redet nicht von demselben, weil der Klöppel nicht in der Glockengieszerei, sondern in der Schmiede gemacht wird. (Die Schwere des Kloppels soll im richtigen Verhaltnisse zu dem Gemische der Glocke stehen und er musz da abgefeilt werden, wo er anschlagen soll).
	        
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