Full text: Schiller's "Lied von der Glocke" / erkl. von J. Kroon.

I 
DAS GIESZEN EINER GLOCKE. 
Die ganze Anstalt, in welcher der Gusz einer Glocke zustande kommt, besteht aus: 
a. Dammgrube. 
b. Schmelzofen. 
c. Feuerherd. 
In der Dammgrube wird die Form der Glocke aufgebaut und zwar in folgender Weise (Zeichnung i). 
Der Kern (k) wird aufgebaut von Ziegeln, so dasz in der Mitte eine cylindrische Höhlung übrig bleibt und unten vier niedrige Kanale (a) hineinführen um den Luftzug zu unter-halten. In der Mitte der Höhlung' ist ein Pfahl (b) angebracht. Ungefahr halbwegs des Kerns liegt auf dem Pfahl ein Eisen (c)? Grenzeisen genannt. Auf diesem steht in der Mitte in einer Art Vertiefung eine eiserne senkrechte Spindel (d). Oben endet diese Spindel in einem mit Eisen bekleideten Loche des Balkens (e), der quer über der Dammgrube liegt. Zwei Eisen (f und g) sind in Löchern der Spindel festgemacht und halten die Schablone (hilmnop), welche also um den Kern herumgedreht werden kann. Die Schablone ist von hartem Holz und zeigt an der inneren Seite genau das Profil der Glocken-Höhlung (nop). 
Auf den obengenannten Kern wird Lehm angebracht und durch Herumdrehen der Schablone wird diese Lehmmasse abgeglattet und so bekommt sie genau die notwendige Form. Auf diesen jetzt fertigen Kern streicht man mittelst eines Pinsels Asche, in Wasser gerührt (aschern). Dies geschieht, 
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